„Antisemitismus aktuell“

Thesenpapier Antisemitismus

Islam und Antisemitismus

In diesem Thesenpapier soll veranschaulicht werden, dass es für Antisemitismus keinen Platz im Islam gibt. Dies kann nicht nur aus den unten angeführten islamischen Quellen abgeleitet werden, sondern auch anhand der Charaktereigenschaften des Islams. Folglich widerspricht der Antisemitismus dem moralisch ethischen, realitätsbezogenen, menschenfreundlichen Charakter des Islam, sowie dessen Zielsetzung Gutes zu fördern und Schlechtes abzuwehren.

Artikel 1 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland garantiert die Unantastbarkeit der Würde des Menschen. Dieses fundamentale Recht ist auch im Islam fest verankert und kann aus der folgenden Aayahi abgeleitet werden:

„Bereits verliehen WIR den Kindern Aadams Würde, ließen sie auf dem Lande und auf dem Meer tragen, gewährten ihnen Gaben von den guten Speisen und begünstigten sie gegenüber vielen von denjenigen, die WIR erschufen, in klarer Begünstigung.“ (Quraan 17:70)

Es wird überliefert, dass der Prophet (sallal-laahu ‘alaihi wa sallamii) diesbezüglich Folgendes sagte:

„Handle taqwahiii-gemäß ALLAAH gegenüber, wo immer du auch bist; und lasse der bösen Tat die gute Tat folgen, welche diese auslöscht; und behandle die Menschen mit einem guten Charakter.“ (Abu-‘iisa Muhammad Bnu-‘iisa At-tirmidhiy, Al-dschaami‘ul-kabiir, Daarul-gharbil-islaamiy
(Beirut 1996), 1. Auflage, B. 3, S. 526/7, H1987)

„Die Barmherzigen, Der Gnadende ist mit ihnen gnädig. Seid barmherzig gegenüber allen Geschöpfen, so wird Der Herrscher der Himmel mit euch gnädig sein.“ (Abu-daawuud Sulaimaan Bnul-asch’ath As-sidschistaaniy, Sunan Abi-daawuud, Daarur-risaalatuil-’aalimiyyah
(Beirut 2009), 1. Auflage, B. 7, S. 297, H4941)

Literaturverzeichnis:

  • Amir M. A. Zaidan, At-tafsiir; Der Quraan-Text und seine Transkription und Übersetzung, Islamologisches Institut (Wien 2009)
  • Amir M. A. Zaidan, Kerim Edipoglu, Abdurrahman M. Reidegeld, At-taariichul-islamiiy: Einführung in die islamische Geschichte, Islamologisches Institut (Wien 2012)
  • Abu-‘iisa Muhammad Bnu-‘iisa At-tirmidhiy, Al-dschaami‘ul-kabiir, Daarul-gharbil-islaamiy (Beirut 1996), 1. Auflage
  • Abu-daawuud Sulaimaan Bnul-asch’ath As-sidschistaaniy, Sunan Abi-daawuud, Daarur risaalatuil- ’aalimiyyah (Beirut 2009), 1. Auflage
  • Prof. Dr. Muhammad Hamidullah, Der Islam: Geschichte, Religion, Kultur, Türkiye Diyanet Vakfi (Ankara 2005), 6. Auflage
  • Ibn-hischaam, As-siiratun-nabawiyyah, Daarul-kiitaabil- ’arabiy (Beirut 1990), 3. Auflage
  • Ahmad bin Hanbal, Musnad Ahmad, Muassasatur-risaalah (Beirut 1998), 1. Auflage

Fußnoten:

i Aayah: Aayaat (Plural): Ist eine Einheit im Quraan. Eine Suurah (Kapitel) besteht aus mehreren Aayaat.
ii sallal-laahu ‘alaihi wa sallam: Ist ein spezielles Bittgebet für den Propheten Muhammad; zu Deutsch – Möge ALLAAH ihn segnen und Frieden zuteilwerden lassen.
iii Taqwah: Bezieht sich auf das Vermeiden von allen Verfehlungen, die sowohl im Diesseits als auch im Jenseits unerwünschte Folgen nach sich ziehen
iv Iimaan: Der Begriff Iimaan, der in der deutschsprachigen Literatur üblicherweise mit dem Begriff „Glaube“ im Sinne von „an etwas glauben bzw. vertrauen“ übersetzt wird, bedeutet im Arabischen wortwörtlich „Glauben bzw. Vertrauen“ im Sinne von „jemandem wegen seiner Wahrhaftigkeit glauben bzw. vertrauen, jemanden wegen seiner Wahrhaftigkeit bestätigen oder etwas wegen seiner Richtigkeit annehmen und als wahr verinnerlichen“.
v Muusa: Der Prophet Moses.
vi Ummah: (Plural Umam) Ummah bedeutet „homogene Gemeinschaft“, „homogene Wir-Gruppe“, „Diin, Lebensweise“, „eine bestimmte Zeit“
vii Maula: Maula leitet sich von wal-u „die Nähe“ ab. Maula hat je nach Zusammenhang verschiedene Bedeutungen: der Ex-Herr eines Ex-Sklaven, der Ex-Sklave, der Cousin, der Beistehende, der Nachbar, der Verbündete, der Waltende, der Verantwortliche.
viii radiyal-laahu ‘anhu: Ist ein spezielles Bittgebet für einen Gefährten des Propheten Muhammad (sallal-laahu ‘alaihi wa sallam); zu Deutsch – Möge ALLAAH mit ihm zufrieden sein.

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